Der erste Zahn

Der Kind ist unruhig? Es ist ungewöhnlich schlecht gelaunt und schreit wegen jeder Kleinigkeit? Das könnte ein Anzeichen sein, dass der erste Zahn kommt. Die ersten Zähne kommen bei Babys zwischen dem sechsten und 12. Lebensmonat. Ab dem zweiten Jahr kommen dann die Backenzähne durch. Zahnen tut weh und entsprechend schwer ist es auch für das Kind sich durch diese Phase zu quälen. Eltern sollten ihrem Kind in dieser Phase beistehen und liebevoll umsorgen. Es stellt sich auch die Frage, wie man die Schmerzen lindern kann?

Der erste Zahn kommt durch …

In dieser Phase leidet natürlich nicht nur das Kind. Auch die Eltern leiden. Schließlich dürfte in so mancher Nacht Schlaf Mangelware gewesen sein. Wenn man ohnehin übermüdet ist dann hat man noch weniger Kraft sich um ein schlecht gelauntes Baby zu kümmern. In dieser Zeit heißt es wirklich ‚die Zähne zusammenbeissen‘ und durch. Die Zähne kommen schubweise und so hat man zwischendurch auch mal Verschnaufpausen. Im Schnitt kommt jeden Monat ein neuer Zahn bis irgendwann alle 20 Zähne durchgebrochen sind. Dann hat man bis etwa zum sechsten Lebensjahr erstmal Ruhe.

Wie läuft das Zahnen ab?

Zunächst kommen die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer durch. Danach kommen die oberen mittleren Schneidezähne durch gefolgt von seitlichen Schneidezähnen. Wie erwähnt ab etwa dem zweiten Lebensjahr gesellen sich noch Eck- und Backenzähne dazu. Nach dem 30. Lebensmonat (2,5 Jahre) sollte das Milchgebiss vollständig sein.

Natürlich stellt dieser zeitliche Ablauf nur eine grobe Schätzung da. Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell und so kann es sein, dass ein Kind schon wesentlich früher zahnt, oder auch wesentlich später. Auch hier gilt wieder: Man sollte nicht ungeduldig werden. Die Zähne kommen wenn sie kommen. Hat man berechtigte Zweifel, dann sollte man einen Arzt aufsuchen.

Hinweise auf den ersten Zahn

Auf den ersten Zahn deuten eine Handvoll Symptome hin:

  • Das Baby ist ungewohnt unzufrieden und schreit bei jeder Kleinigkeit.
  • Es nimmt oft Dinge in den Mund um darauf herumzukauen.
  • Speichel läuft verstärkt aus dem Mund, das Kind ’sabbert‘ regelrecht.
  • Es tritt eine Rötung der Wangen und Backen ein. Diese können auch ungewohnt warm sein.
  • Das Zahnfleisch ist ebenfalls rot und geschwollen, da Platz gemacht werden muss für den neuen Zahn/die neuen Zähne. Starke Schmerzen sind die Folge.
  • Das Kind isst nicht gerne und hat weniger Appetit als sonst
  • Unruhiger Schlaf in der Nacht. Da das Kind in der Nacht weniger abgelenkt ist, wird es hier sehr unruhig. Auch die Schmerzen treten stärker zu Tage.
  • Es kann leichtes Fieber auftreten. Es wird vermutet, dass durch die durchbrechenden Zähne das Immunsystem geschwächt wird und dadurch  Fieber entsteht. Auch Durchfall kann so entstehen.

Nicht alles kommt vom Zahnen

Insbesondere bei den Symptomen sollte man sich nicht zu sehr darauf verlassen, dass es sich um Symptome handelt die durch das Zahnen hervorgerufen werden. Wenn das Fieber dauerhaft zu hoch ist oder länger als einen Tag starker Durchfall auftritt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Linderung der Symptome

Als Eltern ist man bemüht seinem Kind zu helfen. Die Schmerzen sollen am besten lieber gestern als heute verschwunden sein. Im allergrößten Notfall kann man natürlich auf Schmerzmittel zurückgreifen. Dies sollte aber grundsätzlich immer die letzte Wahl der Mittel sein! Ansonsten gibt es aber noch viele weitere Möglichkeiten die Schmerzen zu lindern.

Beissring – hier kann man bedenkenlos drauf herumkauen…

Eltern können das Zahnfleisch der Kinder mit sauberen Fingern oder mit Fingerlingen aus der Apotheke vorsichtig massieren. Dies ist sehr wohltuend für das Zahnfleisch. Man sollte auch darauf achten häufig den Body bzw. das T-Shirt zu tauschen. Das Kind speichelt in der Zahnungsphase vermehrt und entsprechend ist das Kleidung im Brustbereich oft durchnässt.

Eine weitere große Hilfe sind auch Beissringe oder auch Kauringe genannt. Diese kosten nur wenige Euros und sind ihr Geld definitiv wert. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Kauring aus Naturkautschuk, ohne PVC und ohne Weichmacher ist. So besteht nicht die Gefahr, dass das Baby Schadstoffe aus dem Material aufnimmt oder sich Teile lösen. Das Baby kann dann absolut unbedenklich darauf herumbeissen. Die Ringe lassen sich leicht reinigen. Einfach mit heißem Wasser abspülen. Fertig. Außerdem können sie auf Grund des weichen Materials nicht kaputt gehen. Sie sind sehr langlebig. Tipp: Legt man den Beissring vor dem Gebrauch in den Kühlschrank, dann ist es für das Baby noch angenehmer. Das Zahnfleisch wird gekühlt und lindert den Schmerz.

Als Alternative zum Beissring lässt sich auch ein gekühlter Waschlappen nutzen. Es gibt Kinder die auch darauf gerne herumkaufen. Man sollte jedoch darauf achten den Waschlappen regelmäßig auszutauschen um Keimen keine Chance zu bieten.

Ebenfalls zum Kauen eignen sich harte Lebensmittel, wie z.B. hartes Brot. Hier ist ein wenig Ideenreichtum der Eltern gefragt. Man sollte jedoch darauf achten, dass sich das Kind nicht an den Lebensmitteln verschlucken kann!

In der Apotheke und sogar im Drogeriemarkt wird oft Veilchenwurzel angeboten. Als altes Hausmittel wurde es früher oft beim Zahnen verwendet. Die Wirkung ist allerdings umstritten. Zudem wird oft bemängelt, dass die Veilchenwurzel schnell verunreinigt würde und nicht richtig zu reinigen ist.

 

Der erste Zahn ist da – und jetzt?

FingerzahnbürsteDer erste Zahn ist endlich da, die ersten Schmerzen sind überstanden. Nun sollte man sich aber nicht ausruhen. Auch der erste Zahn benötigt schon Pflege. So eignet sich zum Beispiel ein Wattestäbchen oder ein Tuch zum reinigen des ersten Zahn. Auch eine Fingerzahnbürste ist sicherlich sehr nützlich. Letzte kostet nicht viel Geld und ist einfach zu handhaben. Sie wird einfach auf den Zeigefinger gesteckt. Mit den weichen Borsten am vorderen Ende kann man dann ganz vorsichtig den Zahn bzw. die Zähne putzen. Oftmals macht es den Kleine genauso viel Spaß wie den Großen.

Wie geht es weiter?

Zunächst kommen alle weiteren Milchzähne. Auch diese sollten weiterhin gepflegt werden, selbst wenn sie später ersetzt werden sollten. Die nächsten Zähne werden dann erst zwischen dem sechsten und 12. Lebensjahr kommen. Dann werden die Milchzähne Stück für Stück durch bleibende Zähne ersetzt. Wenn man dem Kind schon jetzt langsam beibringt, dass es normal ist die Zähne zu reinigen und wie nützlich es ist, wird man es später sicherlich leichter haben das allabendliche Zähneputzen durchzusetzen.

 

 

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Redakteur: Arne

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