Sommerhitze im Auto – Lebensgefahr für Kinder

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Sobald die Temperaturen steigen, mehren sich die Meldungen über Kinder und Tiere die in überhitzten Autos leiden. Dabei sind die schon in kurzer Zeit steigenden Temperaturen im Fahrzeug alles andere als ungefährlich. Schlimmstenfalls droht ein Kreislaufversagen oder gar der Tod. Aber ab wann wird es eigentlich gefährlich und was kann man selbst tun um die Gefahr zu verringern?

Sommerhitze im Auto – lebensgefährlich für Kinder

Die Gefahr für die Insassen in einem bei Sommerhitze verschlossenen Auto steigen rapide an. Bereits nach nur 15 Minuten kann das Fahrzeug zur Hitzefalle werden. Im Fahrzeug gibt es den sogenannten Brutkasten-Effekt. Die Temperaturen steigen mit der Zeit immer schneller. Dabei werden Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius erreicht. Weiterhin verkraften Kinder die Temperaturen wesentlich schlechter als Erwachsene. Es droht absolute Lebensgefahr.

Was passiert mit dem Körper wenn er der Hitze ausgesetzt ist?

Steigt die Außentemperatur, dann startet der Körper eine Art Regulationssystem. Das Blut fließt schneller, die Blutgefäße erweitern sich. Dies dient dem schnellen Abgeben der Hitze über die Haut in Form von Schweiß. Da Kinder wesentlich kleiner als Erwachsene sind, verfügen sie über weniger Hautfläche. Entsprechend besteht weniger Hautfläche um den Körper mit dem Schweiß zu kühlen. Irgendwann sind die Kapazitäten erschöpft. Die Körpertemperatur im Innern steigt. Der Puls rast, es folgen Schwindel und Übelkeit. Die Wasserreserven des Körpers sind erschöpft. Am Ende bleibt nur das Kreislaufversagen.

Erste Hilfe

Wird ein Kind angetroffen welches überhitzt im Fahrzeug sitzt, sollte man das Kind als erstes aus dem Fahrzeug entfernen. Am besten man bringt es in einen schattigen Bereich. Dann sollte der Notarzt verständigt werden.

Das Kind wird mit erhöhtem Oberkörper gelagt. Die Kleidung kann geöffnet werden, damit kühlende Luft an den Körper kommt und die Körpertemperatur so schnellstmöglich gesenkt werden kann. Indem man Luft zufächert oder den Körper mit feuchten Tüchern abreibt kann man diesen Vorgang noch verstärken. Trifft der Notarzt ein, wird er die Erste Hilfe-Maßnahmen fortführen. Vermutlich wird er kühlende Infusionen geben.

Was kann ich tun um eine Hitzefalle zu vermeiden? Was sollte ich sonst noch beachten?

Die wichtigste Regel lautet natürlich: Lasse Dein Kind niemals bei sonnigen Temperaturen im Fahrzeug zurück. Damit kann ein Notfall gar nicht erst eintreten. Sollte es aber doch einmal nicht anders gehen, dann sollte man folgende Tipps beherzigen:

Sonnenblende für einen durchschnittlichen PKW
  1. Man sollte Zeiten für Besorgungen so lesen, dass diese nicht zur Zeit der stärksten Sonneneinstrahlung stattfinden. Die stärkste Mittagshitze liegt zwischen 12 und 15 Uhr.
  2. Das Fenster immer einen Spalt offen lassen, am besten gleich zwei Fenster. So findet zumindest teilweise ein Luftaustausch statt. Aber Vorsicht bei fahrendem Fahrzeug. Es droht Durchzug und damit  vielleicht eine Erkältung, eine Reizung der Augen oder ähnliches für dein Kind.
  3. Es gibt im Handel eine Reihe von Sonnenschutz-Systemen für alle gängigen Fahrzeugtypen. Lasse die Scheiben Deines Fahrzeugs tönen. Es gibt diverse Rollo-Systeme und Sonnenblenden. Oft sind die Blenden mit niedlichen Tiermotiven verziert. So hat auch dein Kind Freude am den Blenden und etwas zu gucken während der Fahrt.
  4. Für die Frontscheibe gibt es silberbeschichtete Matten. Diese reflektieren die Sonnenstrahl und verhindern zumindest teilweise das Aufhitzen des Autos. Diese Matten kann man auch schon vor Fahrtantritt auf die Windschutzscheibe legen.
  5. Genug trinken! Der Körper benötigt bei warmen Temperaturen viel Flüssigkeit. Dies gilt besonders für Kinder. So beugt man dem Erschöpfen des Körpers vor. Bei warmen Temperaturen eigenen sich neben normalem Wasser besonders Schorle bzw. verdünnter Obstsaft und kalter Tee.
  6. Falls die Klimaanlage angestellt wird solltest man darauf achten, dass diese nicht zu kalt eingestellt wird. Die Faustregel lautet: Die Innentemperatur im Fahrzeug sollte nicht kühler als 6 Grad Celsius verglichen zur Außentemperatur sein. Ansonsten wird der Kreislauf zu stark belastet.
  7. Kindersitz überprüfen! Stand das Auto längere Zeit in der Sonne, dann heizt sich besonders der Kindersitz auf. Deshalb solltest man wenn man nicht im Auto ist ein helles Tuch über den Sitz legen. Das schont den Bezug und lässt den Sitz nicht so sehr aufheizen bis das Kind sich wieder drauf setzt.
  8. Wer im überhitzten Auto fährt, dessen Wahrnehmung wird getrübt. Die Hitze hat vergleichbare Auswirkungen wie Alkohol. Damit setzt man nicht nur sich selbst, sondern auch das mitfahrende Kind einer Gefahr aus.
  9. Und noch ein Tipp am Rande: Handys und Sonnenbrillen sollte man niemals auf den Armaturen liegen lassen. Hier werden Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius erreicht. Elektronische Geräte sind für solche Temperaturen nicht ausgelegt. Unter anderem könnte zum Beispiel der Akku des Handys auslaufen.

 

Wenn man diese Hinweise beachtet, dann sollte dem Kind nichts passieren. Anbei noch ein interessantes Video des ADAC. Dort wird das Ganze nochmal veranschaulicht. Der schnelle Anstieg der Temperaturen ist schon beeindruckend:

 

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Redakteur: Arne

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