Kaffee in der Schwangerschaft – ist er erlaubt?

Kaffee ist in unserer Gesellschaft gang und gäbe. Viele Menschen haben ein eigenes morgendliches Ritual: der Morgenkaffee. Dieser Kaffee darf einfach nicht fehlen und ohne ihn beginnt der Tag einfach schlecht. Aber auch sonst wird Kaffee auf der Arbeit, ganz gemütlich im Café oder in der Thermoskanne auf dem Weg zur Uni getrunken. Viele Schwangere sind unsicher, ob sie auch weiterhin Kaffee trinken dürfen, oder ob das leckere Getränk ihnen oder ihrem Kind schadet. Im folgenden Text findest du die Antwort auf diese Frage.

Was versteht man unter einem Kaffee?

Um der Frage nachzugehen, ob Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt ist oder nicht, sollte zunächst geklärt werden, was Kaffee überhaupt ist. Kaffee ist ein schwarzes, in der Regel heiß serviertes koffeinhaltiges Getränk, das aus gerösteten oder gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Es stehen viele unterschiedliche Sorten zur Auswahl, die sich im Grad der Röstung, Mahlung und in der Vorbehandlung der Kaffeebohnen unterscheiden. Kaffee kann in gefühlt unendlich vielen Variationen zu sich genommen werden. Es gibt beispielsweise den klassischen Filterkaffee, der insbesondere Zuhause und im Büro gerne getrunken wird. Außerdem gibt es den sogenannten Milchkaffee, Espresso, Cappuccino oder auch den Latte Macchiato. Diese Kaffeegetränke eint alle ein besonderer Inhaltsstoff: das Koffein. Und genau dieses Koffein kann in der Schwangerschaft unter Umständen zu Schwierigkeiten führen.

Was ist Koffein und wie wirkt es?

Der Botenstoff Adenosin signalisiert dem menschlichen Körper, dass er müde wird. Es handelt sich um einen Schutzmechanismus, um das Gehirn vor Überanstrengung zu schützen.  Koffein ist nun wiederum ein Stoff, der dem eingangs erwähnten Adenosin in seiner Struktur sehr ähnlich ist und über kompatible Rezeptoren verfügt, aber nicht genauso wirkt. Wird dem Körper nun Koffein zugeführt, dann docken die Rezeptoren des Koffeins auf den Nervenbahnen im Gehirn an und blockieren diese, wirken aber eben nicht wie Adenosin. Die Folge: Das „echte“ Adenosin kann nicht andocken und Müdigkeit signalisieren. In der Folge bleibt der Konsument länger wach und die Müdigkeit verschwindet. Der Stoffwechsel wird angeregt. Außerdem wird die Herzfrequenz spürbar erhöht. Nun stellt sich die Frage, ob dies für Schwangere oder das Baby eine Gefahr darstellen könnte beziehungsweise, ob Kaffee in der Schwangerschaft schädlich ist?

Maximal 3 Tassen am Tag

Das Baby ist mit dem Blutkreislauf der Mutter über die Plazenta verbunden. Da das Koffein die Plazenta passieren kann, kann es direkt zum Baby gelangen und dort wirken. Trinkt eine schwangere Frau Kaffee, dann wird Sie mitunter relativ kurzfristig feststellen, dass das Kind etwas unruhig wird. Das liest sich im ersten Moment dramatisch, aber das ist es nicht. Denn die in einer Tasse Kaffee enthaltenen Menge Koffein ist für Mutter und Kind unbedenklich. Verteilt man den Kaffeekonsum über den Tag, sind 3 Tassen als Tagespensum immer noch unschädlich. Das entspricht einer Tagesdosis von rund 300 mg Koffein. Diese Menge wird gemeinhin als Grenze gesehen, bei der weder Mutter noch Baby Schaden nehmen. Wird allerdings deutlich mehr Kaffee getrunken, dann kann sich diese große Menge durchaus negativ auf das Ungeborene auswirken. Denn nach aktuellen Studien fällt das Geburtsgewicht leichter aus, wenn die Mutter eine starke Kaffeetrinkerin war. Zudem steigt bei starkem Kaffeekonsum das Risiko für eine Fehlgeburt.

2 Stunden vor und nach einer Hauptmahlzeit keinen Kaffee

Eine weitere Besonderheit, die beachtet werden sollte, ist die hemmende Wirkung des Kaffees auf die Aufnahme von Vitamin C, Calcium und Eisen. Um die Nährstoffaufnahme bei den Hauptmahlzeiten nicht unnötig zu blockieren, sollte deshalb auf das Trinken von einem Kaffee in der Schwangerschaft 2 Stunden vor und 2 Stunden nach den Mahlzeiten verzichtet werden. Ansonsten gibt es zeitlich keine besonderen Empfehlungen.

Kaffee in der Schwangerschaft ist nicht verboten

Wie man sieht, ist Kaffee in der Schwangerschaft durchaus erlaubt – allerdings nur in Maßen. Um es möglichst unbedenklich zu halten, solltest du die Tageshöchstmenge von 3 Tassen nicht überschreiten. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, dann halte dich mit dem Kaffee-Trinken ganz zurück oder wähle entsprechende Ersatzprodukte. Denkbar sind zum Beispiel koffeinfreier Kaffee (der aber ebenfalls einen verschwindend geringen Anteil Koffein enthält), Getreidekaffee oder aber Säfte aller Art. Hältst du dich an diese Vorgaben, dann brauchst du dir über Kaffee in der Schwangerschaft keine großen Gedanken zu machen. Besonders interessant ist übrigens Getreidekaffee. Getreidekaffee bekommst du im Reformhaus oder im Online-Handel.

 

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Redakteur: Arne

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