Ab wann Kinderbesteck? Sinnvoll oder nicht?

Dein Nachwuchs fängt langsam an, Interesse an Löffel, Messer und Gabel zu zeigen und will anscheinend auch selbst mal „Hand anlegen“? Dann stellst du dir sicherlich die Frage, ab wann Kinderbesteck sinnvoll ist? Eine Antwort auf diese Frage findest du in den folgenden Absätzen.

Hände sind das Mittel der ersten Wahl

Von Natur aus sind Menschen gewohnt, nur mit den Händen beziehungsweise Fingern Nahrung aufzunehmen. Die Nahrung wird intuitiv zum Mund geführt und von dort weiter verwertet. Das Essen mit Besteck ist etwas, das vollständig von der jeweiligen Kultur abhängt und sich erst im Laufe der Jahrtausende beziehungsweise Jahrhunderte entwickelt hat. Während wir in Europa weitestgehend mit Messer und Gabel essen, wird in anderen Teilen der Welt bevorzugt mit Stäbchen oder eben mit der Hand gegessen. Das Essen mit einem „Werkzeug“ ist also nichts natürliches und muss deshalb erst einmal erlernt werden – und das braucht Zeit.

Kinder lernen durch Abgucken

Selbstverständlich sitzen bereits die Kleinsten mit am Esstisch. Dort beobachten Sie aufmerksam, wie Eltern, Geschwister oder der Besuch mit Messer, Gabel und Löffel essen. Die ersten Versuche erfolgen in der Regel mit dem Besteck der Erwachsenen. Da die Motorik in diesem Bereich noch nicht ausgeprägt ist, und das große Besteck sehr unhandlich ist, funktioniert das Essen mit Besteck natürlich nicht auf Anhieb. Je mehr sie jedoch üben, umso besser wird die Motorik und umso erfolgreicher werden sie. Dabei schauen sie sich natürlich auch noch den einen oder anderen „Trick“ von Mama oder Papa ab.

Interessant wird es ab dem 18. Lebensmonat

Ab dem 18. Lebensmonat sind Kinder motorisch in der Lage, die erforderlichen Bewegungen für das Essen mit Besteck durchzuführen. Erst dann sind Handgelenk und alle anderen beteiligten Gelenke und Gliedmaßen genügend ausgebildet. Ab dem 10. Monat können einige Kinder jedoch bereits Nahrung zum Mund führen, beispielsweise wenn Nahrungsstücke auf einer (metallenen) Gabel aufgespießt sind. Bis Kinder mit dem Messer richtig umgehen können, und eine Kartoffel oder gar ein Stück Fleisch richtig schneiden können, dauert es aber noch wesentlich länger. Selbstverständlich kann der 18. Lebensmonat nur als grober Zeitpunkt genommen werden. Einige Kinder sind motorisch schon früher in der Lage, mit Besteck zu essen, andere erst später.

Wann mit dem Besteck-Essen angefangen werden sollte

Wie bereits erwähnt, können Kinder schön sehr früh die ersten Versuche mit dem Besteck-Essen wagen. Am besten du fängst sofort damit an, wenn du auf Beikost umstellt. Dann kann dein Kind schon sehr früh üben und ist später geübter im Umgang mit dem Essbesteck. Es bietet sich an, dem Kind bereits bei der ersten Fütterung mit Brei einen zweiten Löffel mit in die Hand zu geben. Selbstverständlich wird dabei jede Menge Essen „daneben gehen“. Aber seien wir mal ehrlich: Bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es gehört einfach dazu, dass am Anfang nicht alles klappt. Außerdem kannst du für die größeren Unfälle bereits Vorsichtsmaßnahmen treffen: Neben einem Lätzchen könntest du Folie oder ähnliches unter den Hochstuhl legen. Dann sparst du dir das Reinigen des Bodens. Abgesehen davon, sind die meisten Hochstühle sowieso leicht zu reinigen. Es fällt also nur minimaler Mehraufwand an. Und dieser Mehraufwand ist, verglichen mit dem Mehrwert für das Kind, absolut in Ordnung.

Muss es ein Kinderbesteck sein?

Natürlich können die Kleinen auch mit Besteck für Erwachsene essen. Allerdings ist es nun einmal so, dass Kinderbesteck speziell auf die Bedürfnisse der kleinen Esser zugeschnitten ist. Die Gabel ist ergonomisch geformt und wunderbar an die Größe von kleinen Mündern angepasst. Die Messer sind nicht zu scharf und die Löffel fassen eine gute Kinderportion. Außerdem sind die Griffe eines Kinderbestecks wesentlich leichter für Kinderhände zu führen und festzuhalten. Dementsprechend kann Kinderbesteck durchaus empfohlen werden. Es ist aber, wie bereits erwähnt, kein Muss.

Wahl des richtigen Materials

Es stehen drei unterschiedliche Material-Varianten zur Auswahl: Kunststoff, Metall und Melaminharz. Der Vorteil bei Kunststoff als Material liegt in dem geringen Gewicht und der leichten Handhabung. Metall hingegen ist wesentlich langlebiger, und macht optisch einiges mehr her. Das Melamin ist ebenfalls angenehm leicht, und zudem relativ stabil und leicht zu reinigen. Allerdings ist es nicht für die Mikrowelle nicht geeignet, da sich das Material bei höheren Temperaturen zersetzt und Schadstoffe austreten. Falls du Kinderbesteck aus Kunststoff beziehungsweise Plastik kaufst, dann solltest du unbedingt darauf achten, dass es frei von giftigen Zusätzen beziehungsweise Weichmachern ist („BPA-frei“). Dies ist heutzutage allerdings bei den meisten Produkten der Fall.

Geduld ist wichtig

Wenn du deinen Nachwuchs beim Essen mit Besteck unterstützen möchtest, dann solltest du unbedingt eines sein: geduldig. Gib deinem Kind die Zeit, die es braucht. Sollte es einmal länger dauern, dann erzeuge keinen Druck, indem du anfängst es zu füttern. Außerdem solltest du nicht unnötig genervt sein, falls mal etwas schmutzig wird. Kinder in diesem Alter wollen selbstständig sein und alles selber machen. Und das müssen sie auch – denn sonst lernen sie es nie.

Welches Kinderbesteck kaufen?

Neben den klassischen Besteck-Sets werden heutzutage auch viele Sets mit bestimmten Motiven oder mit einem bestimmten Design angeboten. Zum Beispiel gibt es Kinderbesteck-Sets mit Feuerwehrmann Sam, mit Paw Patrol und vielen weiteren Kleinkind-Helden. Wenn du das für dein Kind passende Set wählst, könnte dies eine zusätzliche Motivation sein, mit Freude zu essen und Spaß am Essen mit Besteck zu haben.

Fazit

Das Essen mit Besteck ist auch für Kinder kein Hexenwerk. Ab dem 10. Monat kannst du langsam mit einem Löffelchen loslegen und den Schwierigkeitsgrad mit Gabel und Messer im Laufe der Zeit langsam steigern. Zeige beim Essen mit Besteck vor allem Geduld und ermute dein Kind wie die Großen zu essen. Dann wird es schnell große Fortschritte machen, von denen am Ende auch du profitieren wirst.

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Redakteur: Arne

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